afghanistan.png Afghanistan

Afghanistan

Allgemeines

Lage

Asien; nordwestlicher Teil des indischen Subkontinents

Fläche

652.225 qkm (251.825 qm).

Bevölkerungszahl

32.564.342 (2015).

Bevölkerungsdichte

49,9 pro qkm.

Hauptstadt

Kabul.

Staatsform

1996 hatten die Taliban die Kontrolle über Afghanistan übernommen und führten ein fundamentalistisch-islamisches Regime ein, das von den Vereinten Nationen und den westlichen Staaten nicht anerkannt wurde. Nach monatelangen westlichen Militärschlägen wurde das Taliban-Regime gestürzt und im November 2001 eine UN-vermittelte Konferenz in Bonn (Deutschland) einberufen. Das Ergebnis der 'Petersbergkonferenz' war ein Rahmenabkommen zur Einsetzung einer Übergangsregierung mit provisorischen Regierungsinstitutionen. Eine United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) unterstützte die neue Regierung bei ihrer Arbeit und ist immer noch in Afghanistan tätig. Im Juni 2002 tagte die aufgrund des 'Petersberg-Abkommen' einberufene traditionelle Ratsversammlung aller afghanischen Stämme (Loya Dschirga), die den Chef der Übergangsregierung, Hamid Karzai, als Präsidenten des Landes für die nächsten 18 Monate wählte. Nationalversammlung mit 250 Mitgliedern und Ältestenrat. Verfassung von Januar 2004.

Geographie

Afghanistan grenzt im Norden an Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan, im Nordosten an China, im Osten und Süden an Pakistan und im Westen an den Iran. Die Großgliederung zeigt drei Landschaften: das südliche Hochland, Afghanisch-Turkestan im Norden und der Hindukusch im Nordosten. Letzterer steigt bis auf 7200 m an und wird durch das Bamian-Tal von der Koh-i-Baba-Bergkette getrennt, in der auch der Helmand entspringt. Nördlich und südwestlich der Berge liegen fruchtbare Schwemmlandebenen.

Sprache

Offizielle Landessprachen sind Paschtu (35 %) und Dari-Persisch (59 %). Es werden auch Turksprachen (11 %), vorwiegend Usbekisch und Turkmenisch sowie 30 Minderheitssprachen (4 %) gesprochen. Viele Menschen sind zweisprachig.

Religion

Islam (Mehrheit: Sunniten (80 %)); Minderheiten von Schiiten, Hindus, Juden und Sikhs.

Ortszeit

MEZ + 3:30 Std. Keine Sommer-/Winterzeitumstellung in Afghanistan.
Differenz zu Mitteleuropa beträgt im Winter +3:30 Std. im Sommer + 2:30 Std.

Netzspannung

220 V, 50 Hz. Schlechte Elektrizitätsversorgung, viele Stromausfälle.

Staatsoberhaupt

Ashraf Ghani, seit September 2014.

Klima

Klima

Obwohl Afghanistan auf dem gleichen Breitengrad liegt wie die Südstaaten der USA, ist es durch die Höhenlage wesentlich kühler. In Lagen über 2500 m herrscht nahezu ganzjährig Winter, über 4000 m ist Leben unmöglich. Im südlichen Hochland sind die Sommer heiß und Winter streng. Landesweit gibt es große Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, Sommer und Winter.

Reiseverkehr - National

Flugzeug

Begrenzter Inlandflugverkehr für Hilfsgütertransporte und Militärflüge. Ariana Afghan Airlines (Internet: www.flyariana.com) und Kam Air (Internet: www.flykamair.com) bieten Verbindungen, u.a. nach Herat und Mazar-e-Sharif.

Bus/Pkw

Siehe Reiseverkehr International.
Busse und Taxis sind oft unzuverlässig. Überlandfahrten sind nur in Begleitung bewaffneter afghanischer Wächter möglich. Bei Fahrten über die Stadtgrenzen von Kundus hinaus sollte unbedingt vorab mit dem dortigen Wiederaufbauteam (PRT= Provincial Reconstruction Team) Kontakt aufgenommen werden.

Reiseverkehr - International

Flugzeug

Die nationale Fluggesellschaft heißt Ariana Afghan Airlines (FG) (Internet: www.flyariana.com) und fliegt von Frankfurt direkt nach Kabul.

Von Europa fliegen auch Lufthansa (LH), Swiss (LX) und Austrian Airlines (OS) in Kooperation mit Indian Airlines 8IC) u.a. Fluggesellschaften. Durch die politische Situation im Lande ist der Flugverkehr derzeit aber stark eingeschränkt.

Der FCO (Foreign and Commonwealth Office) (Internet: www.fco.gov.uk) weist auf Sicherheitsmängel bei Ariana Afghan Airlines hin. Die Fluggesellschaft darf den europäischen Luftraum nur mit geleasten Flugzeugen anfliegen.

Internationale Flughäfen

Kabul Airport (KBL) liegt 16 km außerhalb der Stadt. Nach der starken Zerstörung des Flughafens 2001 wurde 2008 ein neues Flughafengebäude eingeweiht. Mittlerweile ist Kabul Airport wieder für Hilfsflüge und Militärflüge sowie eingeschänkt für internationale Flüge geöffnet.
Bank, Bar, Restaurant. Taxis vorhanden (Fahrzeit: ca 30 Min.)

Bahn

Derzeit gibt es keinen Schienenverkehr.

Bus/Pkw

Nach 23 Jahren Bürgerkrieg, dem Taliban-Regime und den westlichen Bombenangriffen sind etwa 80% der Straßen und Brücken Afghanistans zerstört. Wie lange der Wiederaufbau und damit die Wiederherstellung eines Straßennetzes dauern wird, ist unklar. Viele Landstriche sind vermint und das Befahren der Straßen sehr gefährlich. Die Fernverkehrstraße von Kabul nach Kandahar wurde fertig gestellt, kann aber nur mit bewaffneten Begleitfahrzeugen befahren werden.

Kommunikation

Telefon

GSM 900/1800. Es gibt es nur wenige Festnetztelefonleitungen in Afghanistan, diese befinden sich hauptsächlich in Kabul und sind Regierungsbeamten und Mitgliedern von Hilfsorganisationen vorbehalten. Zur Kommunikation im Land werden hauptsächlich Mobiltelefone benutzt. Es gibt ein Mobilfunknetz in Afghanistan, Afghan Wireless (Internet: www.afghanwireless.com), der Empfangsbereich beschränkt sich zur Zeit noch auf die Städte Kabul, Mazar-i-sharif, Kandahar und Herat.

Internet/E-Mail

Es gibt Internetcafés in Kabul. Internetzugang im Land wird zurzeit weiter ausgebaut.

POST- UND FERNMELDEWESEN

Luftpost nach Europa brauchte früher ca. eine Woche. Der internationale Kurier DHL unterstützt das nationale Postsystem.

Deutsche Welle

Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0228) 429 32 08. Internet: www.dw-world.de) anzufordern.

Urlaubsorte & Ausflüge

Einleitung

Afghanistan liegt historisch und geographisch an einer äußerst wichtigen Wegkreuzung, an der persische, griechische, hinduistische, buddhistische und islamische Kulturen aufeinander trafen und sich gegenseitig beeinflussten. Eine der frühesten Zivilisationen des Bronzezeitalters fand im heutigen Nordafghanistan ihren Ursprung und entwickelte einen regen Handelsverkehr zwischen den Indus-Zivilisationen und Mesopotamien. Im 6. Jahrhundert v. Chr. enstand hier der Zoroastrismus. Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. wurde Afghanistan zu einem der wichtigsten kulturellen Zentren des Islams. Maler, Dichter, Kalligraphen und Künstler schufen Werke in Balkh, Jam und Ghazni, die die gesamte östliche islamische Welt, von der Türkei über Persien bis hin zu Indien, nachhaltig beeinflussten. Weltweit einmalige archäologische Stätten zeugen von einer unvergleichlich vielfältigen kulturellen Vergangenheit. Durch die Jahrzehnte des Konfliktes, der Verwüstung und Plünderung sind diese Stätten jedoch teilweise oder ganz zerstört worden. Städte und Gebäude haben schwere Bombenschäden erlitten, viele Landstriche in Afghanistan sind vermint. Neben dem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Aufbau des Landes besitzt auch die Bewahrung und Wiederherstellung des kulturellen Erbes eine wichtige Priorität. Unter der Leitung der Weltkulturorganisation UNESCO und mit Hilfe verschiedener regionaler und internationaler nichtstaatlicher Organisationen wurden Anfang 2002 Restaurierungsarbeiten an den wichtigsten historischen Stätten in die Wege geleitet.

Kabul

-Die Hauptstadt Kabul hat stark unter dem Bürgerkrieg und den Luftangriffen der vergangenen Jahre gelitten. Etwa ein Drittel der öffentlichen Gebäude und 40% der Häuser wurden zerstört. Es gibt nur wenige historische Bauwerke, Moscheen und Denkmäler – im Garten von Babur, früher als einer der schönsten Gärten in Asien bekannt, steht zumindest noch Baburs Grabmal. Auch das staatliche Museum in Kabul, das einst eine der größten Antiquitätensammlungen in Asien besaß, wurde stark mitgenommen. Nur etwa ein Drittel der Sammlungen hat die Verwüstungen des Krieges überlebt. Kürzlich wurde mit dem Wiederaufbau des Museums begonnen.

Historische Stätten

-In Bamian standen einst zwei riesige Buddhafiguren aus dem 3. oder 4. Jahrhundert, die 38 und 55 m hoch waren. Im März 2001 wurden die Buddhas von den Taliban in die Luft gesprengt. Andere historische Stätten in Afghanistan, die während der Jahrzehnte der Konflikte ganz oder beinahe zerstört wurden, sind u.a. das zweithöchste Minarett der Welt in Jam (aus dem 12. Jahrhundert), die Moschee Haji Piyada in der Balkh-Region und das blau gekachelte Mausoleum der Königin Gauhar Shads im westlich gelegenen Herat. Mit der allmählichen Restaurierung dieser und anderer Stätten wurde mittlerweile begonnen.

Hindukusch

-Der wilde und abgelegene Hindukusch besteht aus zwei riesigen Bergketten und liegt in der Region Nuristan nordöstlich von Kabul.

Wirtschaftsprofil

Wirtschaft

Bruttoinlandsprodukt:
ca. 22,27 Mrd. US$ (2008)
pro Kopf: ca. 700 US$ (2008)

Außenhandel
Importe: ca. 4,85 Mrd. US$ (2007)
Exporte: ca. 327 Mio US$ (2007). Derzeit werden noch äußerst wenig Produkte exportiert.

Wachstumsrate:
ca. 3,4 % (2008/2009)

Arbeitslosenrate:
ca 40 % (2008)

Inflationsrate:
ca. 13 % (2007)

Anteil der Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt
Landwirtschaft: 31 %
Industrie: 26 %
Dienstleistungen: 43 %
(Die Opiumproduktion ist in den Daten nicht inbegriffen (2008).)

Wichtige Wirtschaftszweige:
Landwirtschaft und Baugewerbe

Wichtige Handelsbeziehungen:
Pakistan, Indien, USA, Deutschland und Turkmenistan

Bevölkerung unter der Armutsgrenze:
50 % (2005)

Dreiundzwanzig Jahre andauernder Bürgerkrieg haben die afghanische Wirtschaft vollständig zerstört. Der Wiederaufbau ist u.a. durch unzählige Minenfelder sehr beeinträchtigt und schreitet nur sehr langsam voran. Nach dem Sturz des Taliban-Regimes und der Einsetzung einer Interims-Regierung im Dezember 2001 versprachen viele westliche Länder umfangreiche finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau des Landes. Bei der 'Geber-Konferenz' in Tokio im Januar 2002 wurden diese Versprechen konkretisiert, 2 Milliarden US$ wurden Afghanistan für 2002 zugesagt. Auf der Berliner Konferenz (31.03.-01.04.2004) hat die internationale Gemeinschaft weitere Zusagen von insgesamt 8,2 Mrd. USD für die Jahre 2004-2006 gemacht. Deutschland hat 320 Mio. Euro für 2005-2008 in Aussicht gestellt.
Dennoch haben die Vereinten Nationen 2005 eine desolate Bilanz über die Lage in dem zentralasiatischen Staat vorgelegt. Demnach gehöre Afghanistan zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Hälfte der Bevölkerung lebt in bitterer Armut, obwohl die Wirtschaft in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen ist. Gleichzeitig habe das Land eine verheerende Sicherheitsbilanz, eine erschreckend hohe Müttersterblichkeit und weit verbreiteten Analphabetismus zu beklagen.
Vor allem der Opium-Anbau und -Handel sowie der Einfluss von Milizen hätten zu einem Klima der Gewalt in Afghanistan beigetragen. Nach Angaben der UNO hatten sich im Jahr 2006 die Anbauflächen für Schlafmohn um 59 % vergrößert. Damit kamen 90 % der weltweiten Opiumproduktion aus Afghanistan. Die Opiumproduktion verzeichnete 2007 einen Rekord mit 8.100 Tonnen und ist 2008 nur leicht gesunken. Die Mohnanbaufläche wurde 2008 im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert.
Heute, acht Jahre nach Beginn des internationalen Wiederaufbauengagements, zählt Afghanistan laut UNDP-Statistik immer noch zu den ärmsten Ländern der Erde und ist das ärmste Land außerhalb von Schwarzafrika. Industrieproduktion ist kaum vorhanden, 80 % der Bevölkerung sind im landwirtschaftlichen Bereich tätig. Dabei bemüht sich die afghanische Regierung um eine wirtschaftliche Erholung des Landes und hat schon erste Erfolge vorzuweisen. U.a. verdoppelte sich das Durchschnittseinkommen in den letzten Jahren. Die Staatseinnahmen sind deutlich gestiegen und decken nun ein Drittel der Ausgaben ab. Die Inflation ist allerdings aufgrund steidender Nahrungsmittel- und Treibstoffpreise auf über 20 % gestiegen (2008).

Umgangsformen

Handeln ist üblich, und mündliche Verträge sind bindend. Anzug und Krawatte bzw. Kostüm oder Kleid sind angebracht. Termine sollten im Voraus vereinbart werden;

Geschäftszeiten:
Sa-Mi 08.00-12.00 Uhr und 13.00-16.30 Uhr, Do 08.00-13.30 Uhr.

Land & Leute

Essen & Trinken

Die afghanische Küche ist der indischen sehr ähnlich. Die meisten Restaurants in Kabul bieten Spezialitäten wie Pilaus, Kebabs, Bolani und Ashak sowie internationale Gerichte. Die Hauptzutaten der afghanischen Küche sind Reis und Hammelfleisch sowie Nan (afghanisches Fladenbrot). Traditionelle Gerichte und Tschai (Tee) findet man überall in Tschaikhanas (Teehäusern).

Einkaufstipps

Traditionelle Andenken sind Mäntel und Jacken aus Lammfell und Wildleder, turkmenische Hüte, Stickereien aus Kandahar, Istaff-Keramik, Glas aus Herat, Nomadenschmuck, handgeknüpfte Teppiche und Läufer, Holzschnitzereien aus Nuristan, Seide, Messing-, Kupfer- und Silberarbeiten.

Sport

Nationalsport ist Buzkashi, eine Art Polo aus der Zeit Alexanders des Großen ohne feste Spielregeln. Anstelle des Balls wird ein Ziegenkopf benutzt.

Sitten & Gebräuche

Außerhalb Kabuls herrschen engverbundene Stammesgemeinschaften mit klar definierten Frauen- und Männerrollen vor. Religion und Tradition spielen innerhalb der Familie eine wichtige Rolle. Es gilt als eine Beleidigung, die Fußsohlen zu zeigen. Gästezimmer sind unbekannt, und Gäste teilen den Raum mit der Familie. Frauen sollten ihre Schultern bedecken und Hosen oder lange Röcke tragen. Der Händedruck wird als Begrüßung akzeptiert, obwohl man sich traditionell zur Begrüßung umarmt. Rauchen ist weit verbreitet und an europäischen Preisen gemessen billig. Es ist ein Kompliment, wenn man vom Gastgeber eine Zigarette angeboten bekommt. (Weitere Informationen im Kapitel Islam im Anhang.)Fotografieren: Vorsicht bei der Motivwahl, militärische Einrichtungen dürfen nicht fotografiert werden.

Unterkunft

Hotels

In Kabul gibt es einige Hotels, wie das Inter-Continental Hotel, die in etwa westlichen Ansprüchen gerecht werden. Die wenigen Unterkünfte außerhalb Kabuls sind generell von sehr niedrigem Standard.

Gesundheit

Erforderliche Impfungen

VorsichtsmaßnahmenImpfung erforderlich
Cholera2
Gelbfieber1
Typhus & Polio3-
Malaria4-
Essen & Trinken5-

Gesundheitsvorsorge

Die medizinische Versorgung, insbesondere die stationäre Behandlungsmöglichkeit, ist völlig unzureichend und in etlichen Landesteilen, vor allem auf dem Lande, nahezu nicht existent. Bei Erkrankungen und Unfällen muss daher die sofortige Verlegung in ein Lazarett der ausländischen Militäreinheiten oder die Heimschaffung erfolgen.

Lediglich in den großen Städten sind Apotheken vorhanden, die ein zufriedenstellendes Angebot an Medikamenten bevorraten. Eine gekühlte Lagerung von Medikamenten ist nicht gewährleistet. Wer auf die ständige Einnahme von Medikamenten angewiesen ist, sollte sie mitbringen und die Notwendigkeit durch den behandelnden Arzt bescheinigen lassen. Adäquate Ausstattung der Reiseapotheke (Zollbestimmungen beachten, Begleitattest ratsam).

Auslandskrankenversicherung mit Abdeckung des Rettungsrückflug-Risikos und mit Beistandsleistungen für Notfälle ist dringend empfohlen.

Vogelgrippe

In Afghanistan wurde das Vogelgrippevirus (H5/H5N1) in Vögeln nachgewiesen und von der Welttierorganisation (OIE) am 20. März 2006 bestätigt.

Menschliche Erkrankungsfälle sind in Afghanistan bisher nicht bekannt geworden. Reisende sollen sich dennoch von Geflügel fernhalten und jeglichen Kontakt mit lebenden und toten Tieren meiden. Auf den Verzehr von rohen Geflügelgerichte und Eiern sollte verzichtet werden. Gut durchgekocht können Geflügelspeisen und Eier jedoch bedenkenlos genossen werden.

Generell wird als Vorsichtsmaßnahme eine gründliche Reinigung der Hände mit Wasser und Seife oder auch alkoholischen Händedesinfektionslösungen empfohlen.

Hinweis

[1]: Eine Gelbfieber-Impfbescheinigung wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Reisende, die in den Infektionsgebieten den Transitraum nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die in Afghanistan den Transitraum nicht verlassen sowie Kinder unter 1 Jahr.

[2]:
Insbesondere in Kabul und in den Provinzen Badakhshan, Baghlan, Balkh, Bamyan, Helmand, Herat, Kandahar, Kapisa, Kunduz, Logar, Nangarhar, Uruzgan und Zabul besteht ein erhöhtes Cholera-Infektionsrisiko, das vor allem die einheimische Bevölkerung betrifft. Sorgfältige Hygienemaßnahmen sind stets empfohlen. Eine Cholera-Impfung ist für Reisende in der Regel nicht erforderlich. Ein Cholera-Impfnachweis kann jedoch von den Behörden verlangt werden. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[3]:
Eine Typhusimpfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten empfohlen. Polio-Impfschutz empfohlen.

[4]:
Malariaschutz ist von Mai bis einschließlich November für Gebiete unter 2000 m erforderlich. Chloroquin- und Sulfadoxin-Pyrimethamin- Resistenz der hier weniger häufigen, aber gefährlicheren Form Plasmodium falciparum (Malaria tropica) wurde gemeldet. Die weniger gefährliche Form Plasmodium vivax (Malaria tertinana) tritt ebenfalls auf.

[5]:
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten (z.B. Hepatitis A, Polio, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen), die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Milchprodukte sollten aus pasteurisierter bzw. abgekochter Milch hergestellt sein. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von Schweinefleisch, rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.

Gesetzliche Feiertage

Feiertage

2016
28 Apr Tag des Sieges
7 Jun Eid al-Adha (Opferfest)
7 Jul Eid al-Fitr (Ende des Ramadan)
19 Aug Unabhängigkeitstag
12 Dec Mouloud (Geburtstag des Propheten).

2017
21 Mar Afghanisches Neujahr
28 Apr Tag des Sieges
25 Jun Eid al-Fitr (Ende des Ramadan)
19 Aug Unabhängigkeitstag
1 Sep Eid al-Adha (Opferfest)
22 Sep Islamisches Neujahr
1 Oct Ashoura
1 Dec Mouloud (Geburtstag des Propheten).
Die angegebenen Daten für islamische Feiertage sind nach dem Mondkalender berechnet und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr. Während des Fastenmonats Ramadan, der dem Festtag Eid al-Fitr vorangeht, ist es Muslimen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang untersagt zu essen, zu trinken oder zu rauchen, wodurch es zu Unterbrechungen oder Abweichungen im normalen Geschäftsablauf (u. a. reduzierte Öffnungszeiten von Geschäften und Behörden) und deshalb zu Einschränkungen für Reisende kommen kann. Viele Restaurants außerhalb der Hotels sind tagsüber geschlossen, und der Genuss von Alkohol und Zigaretten ist nur eingeschränkt möglich bzw. z. T. sogar strikt verboten, auch für nichtmuslimische Urlauber. In Hotelanlagen muss damit gerechnet werden, dass Mahlzeiten und Getränke während des Ramadan nur im Hotelrestaurant bzw. auf dem Zimmer eingenommen werden dürfen. Reisende sollten mit erhöhter Sensibilität in religiösen Angelegenheiten sowie in Fragen der Respektierung islamischer Traditionen rechnen. Einige Unterbrechungen können auch während des Eid al-Fitr auftreten. Dieses Fest, ebenso wie das Eid al-Adha, hat keine bestimmte Zeitdauer und kann je nach Region 2-10 Tage dauern.

zollfrei einkaufen

Zollfrei einkaufen

Derzeit sind keine verlässlichen Informationen zu den Zollbestimmungen erhältlich.

Folgende Artikel können zollfrei nach Afghanistan eingeführt werden:
Gegenstände für den persönlichen Gebrauch (Kleidung, Toilettenartikel, etc.) sowie Tabakwaren, alkoholische Getränke und Parfüm für den persönlichen Gebrauch.
Zur Einfuhr von Fotoapparaten und Filmkameras benötigt man eine Genehmigung des Tourismusbüros in Kabul.

Ausfuhrbestimmungen

Antiquitäten, Felle und Teppiche nur mit Ausfuhrgenehmigung.

Geld

Währung

1 Afghani = 100 Puls (in der Praxis ohne Bedeutung). Währungskürzel: Af, AFN (ISO-Code). Die Afghani-Banknoten sind im Wert von 1.000, 500, 100, 50, 20,10, 5, 2 und 1 Af im Umlauf. US$ wird als gängige Währung akzeptiert.

Kreditkarten

Werden nicht akzeptiert.
 

Reiseschecks

Von der Nutzung von Reiseschecks wird abgeraten.

Devisenbestimmungen

Keine Beschränkungen bei der Einfuhr von Fremdwährungen; Deklarationspflicht. Die Ausfuhr von Fremdwährungen darf die Summe der angegebenen eingeführten Summe nicht überschreiten. Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist auf 500 Af beschränkt.

Öffnungszeiten der Banken

Sa-Mi 08.00-12.00 und 13.00-16.30 Uhr, Do 08.00-13.30 Uhr.

Wechselkurse

1.00 EUR = 70.83 AFN
1.00 CHF = 65.94 AFN
1.00 USD = 66.88 AFN
Wechselkurse vom 10 Januar 2017

Reisepass/Visum

Übersicht

Pass erforderlich
Andere EU-LänderJa
TürkeiJa
DeutschlandJa
ÖsterreichJa
SchweizJa
Visum erforderlich
Andere EU-LänderJa
TürkeiJa
DeutschlandJa
ÖsterreichJa
SchweizJa
Rückflugticket erforderlich
Andere EU-LänderJa
TürkeiJa
DeutschlandJa
ÖsterreichJa
SchweizJa

Reisepass

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Einreise mit Kindern

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Visum

Allgemein erforderlich.

Anmerkung - Reisepaß/Visa

Zurzeit können Reisende nur in Ausnahmefällen mit der Ausstellung von Visa rechnen. Visa werden nur zur einmaligen Einreise für Aufenthalte von maximal 1 Monate erteilt.

Visagebühren

Deutschland Touristenvisum: 100 € (einmalige Einreise, 3 Monate gültig). Österreich Touristenvisum: einmalige Einreise: 100 US$ (Überweisung gemäß aktuellem Wechselkurs). Schweiz Touristenvisum: 80 CHF.

Antragstellung

Antragstellung an die zuständige diplomatische Vertretung postalisch oder persönlich. Die Abholung des visierten Reisepasses muss bei der diplomatischen Vertretung von Afghanistan in Berlin persönlich erfolgen.

Antragstellung

(a) 1 Antragsformular (downloadbar auf der Internetseite der zuständigen Botschaft von Afghanistan).
(b) 1 aktuelles Passfoto (3,5 x 4,5 cm) mit weißem Hintergrund.
(c) offizielle Einladung/ Begleitschreiben der Organisation/des Unternehmens mit Reisegrund bzw. -zweck, exakte Angabe der Reiseziele (Orte), bei wem der Reisende übernachtet, Reisedauer, und Vermerk, dass die Kosten der Reise/des Aufenthalts von der Firma/Organisation getragen werden.
(d) Visumgebühr (originaler Bankeinzahlungsbeleg, keine Barzahlung).
(e) Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist, und Kopie der relevanten Seiten.
(f) adressierter und frankierter Einschreiben-Rückumschlag für die Zustellung des visierten Reisepasses. (g) Geburtsurkunde von minderjährigen Antragstellern. (h) Ggf. Aufenthaltserlaubnis für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Bearbeitungszeit

10 Werktage in Berlin, 10 Werktage in Wien. Expressvisa (nur in Ausnahmefällen): 2 Arbeitstage + Postweg. In Berlin sind keine Expressvisa mehr erhältlich. Die Mindestbearbeitungszeit für alle Visumarten beträgt dort zwei Wochen.

Ausreichende Geldmittel

Ausländer müssen über ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt verfügen.

Meldepflicht

Ausländische Touristen und Journalisten müssen sich bei ihrer Ankunft bei der Pressestelle des Fremdenverkehrsamtes in Kabul melden.

Kontaktadressen

Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan

23 Avenue de France, CH-1202 Genève, Switzerland Telefon: (+41) (0) 22 731 16 16, Konsularabteilung: (+41) (0) 22 732 44 89.
Website: www.mission-afghanistan.ch
Öffnungszeiten: Konsularabt.: Mo-Fr 09.00-13.00 und 14.00-17.00 Uhr.

Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan

Mahlerstrasse 14, A-1010 Wien, Austria Telefon: (+43 ) (1) 402 10 06.
Website: www.afghanistan-vienna.org
Öffnungszeiten: Mo-Do 09.00-14.00 Uhr.

Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan

Generalkonsulate in Bonn und in Grünwald.
Telefon: (030) 20 67 35 10. Konsularabt.: (030) 206 73 50.
Website: www.botschaft-afghanistan.de
Öffnungszeiten: Mo-Do 09.00-13.00 Uhr. Konsularabt. (Kronberger Str. 5): Mo-Fr: 09.30-13.30 Uhr.

Ministry of Foreign Affairs

Afghan Tourist Organisation Kabul
Telefon: (093) 303 23.
Website: www.mfa.gov.af

Reise- und Sicherheitsinformationen

Afghanistan
Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 18.11.2016
Unverändert gültig seit: 11.11.2016
Aktuelle Hinweise  Am 10.11.2016 hat ein Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-e Scharif stattgefunden. Das Generalkonsulat ist daher vorübergehend nicht erreichbar. Landesspezifische Sicherheitshinweise Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.  Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein. Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierte Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden. Für zwingend notwendige berufliche Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gefährlich. Jeder längerfristige Aufenthalt ist mit zusätzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragfähigen professionellen Sicherheitskonzepts durchgeführt werden. Es wird empfohlen, sich bei Reisen nach Afghanistan möglichst schon vor Abreise in die Krisenvorsorgeliste (Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://elefand.diplo.de/) einzutragen. In ganz Afghanistan besteht ein hohes Risiko, Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Landesweit kann es zu Attentaten, Überfällen, Entführungen und andere Gewaltverbrechen kommen. Im Januar 2016 gab es in unmittelbarer Nähe des Flughafens Kabul eine heftige Detonation, bei der über 50 Zivilisten verletzt wurden. Im April 2016 wurden bei einem Anschlag gegen ein Regierungsgebäude in Kabul 80 Menschen getötet und über 340 teilweise schwer verletzt.   Nach dem Ende der internationalen militärischen Unterstützungsmission ISAF haben die afghanischen Sicherheitskräfte landesweit die Sicherheitsverantwortung übernommen, sehen sich jedoch einer starken Insurgenz gegenüber und haben die Lage nicht überall unter Kontrolle.   Allen Deutschen vor Ort wird zu größtmöglicher Vorsicht geraten. Von Überlandfahrten wird dringend abgeraten. Wo solche zwingend stattfinden müssen, sollten sie auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach Möglichkeit bewacht und mit professioneller Begleitung durchgeführt werden. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgfältig abgeklärt werden. Es wird davor gewarnt, an ungesicherten Orten zu übernachten.  Weltweiter Sicherheitshinweis Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten. Reisewarnung Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.  Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein. Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierte Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden. Für zwingend notwendige berufliche Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gefährlich. Jeder längerfristige Aufenthalt ist mit zusätzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragfähigen professionellen Sicherheitskonzepts durchgeführt werden. Es wird empfohlen, sich bei Reisen nach Afghanistan möglichst schon vor Abreise in die Krisenvorsorgeliste (Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://elefand.diplo.de/) einzutragen. In ganz Afghanistan besteht ein hohes Risiko, Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Landesweit kann es zu Attentaten, Überfällen, Entführungen und andere Gewaltverbrechen kommen. Im Januar 2016 gab es in unmittelbarer Nähe des Flughafens Kabul eine heftige Detonation, bei der über 50 Zivilisten verletzt wurden. Im April 2016 wurden bei einem Anschlag gegen ein Regierungsgebäude in Kabul 80 Menschen getötet und über 340 teilweise schwer verletzt.   Nach dem Ende der internationalen militärischen Unterstützungsmission ISAF haben die afghanischen Sicherheitskräfte landesweit die Sicherheitsverantwortung übernommen, sehen sich jedoch einer starken Insurgenz gegenüber und haben die Lage nicht überall unter Kontrolle.   Allen Deutschen vor Ort wird zu größtmöglicher Vorsicht geraten. Von Überlandfahrten wird dringend abgeraten. Wo solche zwingend stattfinden müssen, sollten sie auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach Möglichkeit bewacht und mit professioneller Begleitung durchgeführt werden. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgfältig abgeklärt werden. Es wird davor gewarnt, an ungesicherten Orten zu übernachten.  Weltweiter Sicherheitshinweis Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

 

 

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Bitte befragen Sie beim Thema Gesundheit zusätzlich auch Ihren Arzt oder Apotheker um Rat!

Daten wurden zuletzt aktualisiert am 22. Juli 2017

Über Go Asia

Go Asia ist eine Marketing-Initiative für Asien und vereint Asien-Reisende, Fremdenverkehrsämter, Fluglinien und Hotels aus Asien sowie Reiseveranstalter, die Reisen nach Asien und Urlaub in Asien anbieten.

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