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Home > News & Aktuelles > Thailand > Sorge um die Sanftmut Thailands
Sorge um die Sanftmut Thailands PDF Drucken E-Mail
Thailand
Geschrieben von: Volker Klinkmüller   
Donnerstag, den 09. Oktober 2008 um 10:13 Uhr

Thailands Flagge in stürmischen Zeiten

Wie sich die Tourismusbranche des Königreichs bemüht, gegen die weltweiten Negativ-Schlagzeilen anzukämpfen
Wer dieser Tage die Filmberichte von den Unruhen in Bangkok über den Bildschirm flimmern sah, mag sich gefragt haben, was denn bloß aus den immer so sanftmütigen, stets freundlich lächelnden Thailändern geworden ist….

Doch die bizarren und in letzter Zeit leider auch erschreckend brutalen Bilder von den Protesten gegen die demokratisch gewählte Regierung täuschen leicht darüber hinweg, dass es sich bei dieser Szenerie lediglich um wenige Quadratkilometer in einem riesigen Königreich handelt.

Deswegen mag es auch nicht weiter überraschen, dass das Auswärtige Amt in Berlin seine Sicherheitsweise nach den jüngsten, schweren Zusammenstößen in der thailändischen Hauptstadt nur unwesentlich modifiziert hat. „Das alltägliche Leben in Bangkok dürfte kaum beeinträchtigt werden…“, heißt es sogar auf der entsprechenden, amtlichen Website im Internet.

Urlauber verzichten gern auf Politik
„Die jüngsten Unruhen haben bei unseren Gästen auch gar kein besonderes Erstaunen ausgelöst“, kommentiert der Besitzer eines Fünf-Sterne-Resorts im Süden von Phuket. „Die politische Lage in Thailand hat Touristen bisher eigentlich noch nie sonderlich interessiert – solange sie sich sicher fühlten“. Dies hätte sich nur einmal für kurze Zeit geändert, als der Flughafen der beliebten Urlauberinsel wegen einer Blockade auf der politischen Landkarte aufgetaucht sei.

Und wer sich ein bisschen mit der politischen Situation dieses Reiseziels befasse, so der Hotelier, würde schnell verstehen, dass zur Entwicklung einer so jungen Demokratie eben auch mal harte Auseinandersetzungen gehören. Dennoch sei die Sorge um die bevorstehende Hochsaison groß. „Nicht nur wegen der Negativ-Schlagzeilen, sondern vor allem auch wegen der weltweiten Wirtschaftskrise und der Verteuerung der Flugpreise“.

Keine Gefährdungslage für Touristen
Das thailändische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt versucht, gegen das von den Medien erzeugte Stimmungsbild anzukämpfen – und vermeldet mit Vehemenz „keine Gefährdungslage“ im Fremdenverkehr. „Für Touristen besteht weiterhin keine Gefahr oder Einschränkung in Bangkok“, bekräftigt Direktorin Suwalai Pinpradab. „Nur wenige Teile der Stadt sind direkt von den Demonstrationen betroffen, und alle touristischen Attraktionen können nach wie vor uneingeschränkt besichtigt werden.“

Vor Ort bemühte sich Tourismus- und Sportminister Weerasak gegenzusteuern: Vor rund 1.100 ausländischen Medienvertretern und Mitarbeitern von Reiseagenturen versicherte er, dass sich derartige Straßenschlachten wie die am 7. Oktober nicht wiederholen würden, obwohl der Konflikt sicherlich weitergehe. Diese haben nach der Aufhebung des Ausnahmezustands Mitte September nun freilich alle Hoffnungen zerstört, dass die Sicherheitshinweise für Thailand weltweit entschärft werden könnten. Erste offizielle Prognosen beziffern den Einnahmeverlust des Fremdenverkehrs für das letzte Quartal auf mindestens 200 Millionen Euro.

Beten für ein Ende des Konflikts
Auch der Präsident des Tourismusverbandes von Thailand brachte seine Sorge auf den Punkt. „Ich kann nur beten, dass die Situation bald besser wird“, meint Apichart Sankary. Wenn jemand das Land liebt, dann sollte er die Gewalttätigkeiten sofort beenden.“ Bis es vielleicht einmal so weit sein könnte, wird vom Auswärtigen Amt weiterhin „dringend empfohlen“, Demonstrationen und sonstige größere Menschenansammlungen zu meiden, auch um sich nicht dem Risiko eventueller Sprengstoffanschläge auszusetzen.

Da die Besetzung des Regierungssitzes ("Government" House) durch die außerparlamentarische Opposition und damit verbundene Demonstrationen weitergehen, wird auch weiterhin dazu geraten, das Regierungsviertel im Herzen der Stadt, besonders das Gebiet um das Government House (Pitsanulok Road), die Rajdamnoen Avenue, die Makkhawan Bridge zu meiden und aufgrund der aktuellen Ereignisse auch das Areal um das Parlament zu meiden.

Das Auswärtige Amt informiert unter den aktuellen Sicherheitshinweisen seines Internetportals www.auswaertiges-amt.de über die aktuelle Situation in Thailand, das dortige Außenministerium unter www.mfa.go.th (in Englisch) und das thailändische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt unter Telefon 069-1381390.


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Kommentare (2)Add Comment
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geschrieben von romy175 , 20. Oktober 2008
Ich komme gerade aus Thailand und in Bangkok war von den Unruhen nichts zu spüren. Es wäre schade Reisen zu stornieren oder Reisepläne nach Thailand zu verwerfen. Selbst Einheimische selbst wünschen eine zeitnahe Lösung des Konflikts, da man schon arg genervt ist von der Situation.
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Übertreibungen in der Presse
geschrieben von Böttinger , 25. März 2009
Ich bin jedes Jahr mehrere Wochen in Thailand und kurzzeitig auch in den angrenzenden Ländern. Jedesmal ärgere ich mich wie masslos in der Presse über Unruhen berichtet wird. Sie schreiben richtig, dass es sich nur um kleine Flächen und wenige Menschen handelt. Eine ärgerliche und dumme Ausnahme war im vergangenen Jahr sicher die Besetung des Flughafens. Damit haben sich die Beteiligten selbst den grössten Schaden zugefügt, denn es bleiben nun doch etliche Touristen dem so falsch als Sexland verteufelten Thailand fern. Ich hatte bei einer Tour nach Siem Reap am 9.11.2008 einen Unfall (Wirbel- und Rippenbruch). Im sehr guten Royal Hospital durfte ich die herzliche Fürsorge von dort arbeitenden thailändischen Ärzten und Pflegepersonal erleben. Ich werde nach einer Erholungspause in diesem Jahr auf jedenfalls den versäumten Angkor Wat besichtigen und die Gelegenheit wahrnehmen mich im Hospital nochmals zu bedanken.
Rolf A. Böttinger (81 Jahre alt)
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